Rahmenbedingungen für die optimale Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Job

Work-Life-Balance Maßnahmen: So werden Angestellte begeisterte Teamplayer

Mit diesen Maßnahmen unterstützen Sie die Ausgeglichenheit und Gesundheit Ihrer Angestellten und positionieren sich als attraktiver und fürsorglicher Arbeitgeber.

28. November 2022

Seitdem die Generationen Y und Z auf den Arbeitsmarkt dominieren, hat sich der Begriff von Arbeit grundlegend gewandelt. Junge, gut ausgebildete Fachkräfte und MitarbeiterInnen haben konkrete Vorstellungen von Unternehmen, die für sie als Arbeitgeber in Betracht kommen. Das bezieht sich zum einen auf die moralische und gesellschaftliche Position des Unternehmens: Die Bewerber und Bewerberinnen sind viel eher für Unternehmen zu begeistern, die sinnvolle Produkte oder Dienstleistungen bieten, ökologische Verantwortung übernehmen und für soziale Kompetenz stehen. Zum anderen sind die Zeiten vorbei, in denen sich junge Jobneulinge ohne Mitspracherecht und stets loyal abarbeiten. Die BewerberInnen schätzen viel mehr Arbeitgeber, die ihnen eine ausgewogenen Work-Life-Balance bieten und die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Job garantieren. Hier ein Ratgeber zur Installation von Work-Life-Balance-Elementen im Unternehmen, die Mitarbeiter langfristig halten und die Firma zum attraktiven Arbeitgeber machen.

Work-Life-Balance: Was bedeutet das überhaupt?

Eine ausgewogene Work-Life-Balance beschreibt einen Zustand, in dem das Arbeitsleben mit dem Privatleben in einem harmonischen Verhältnis steht. Dazu gehören ein Job, der Erfüllung mit sich bringt und soweit wie möglich Spaß macht sowie genügend Zeit für ein Privatleben bietet, das Erholung, Selbstverwirklichung und positive Erlebnisse beinhaltet.

  • Job und privates Leben in Einklang bringen
    Die Grundlage einer guten Work-Life-Balance ist die faire Zeitaufteilung. In Deutschland hat sich eine Standard-Arbeitswoche mit 35 bis 40 Stunden Arbeit etabliert, dabei sind die Wochenenden grundsätzlich frei. Aber vor allem in vielen Akademiker-Jobs wird eine deutlich längere Arbeitszeit stillschweigend vorausgesetzt. Ebenso beispielsweise in der Pflege: Hier türmen sich für die Mitarbeitenden Überstunden oft dadurch an, dass Bedürftige unverpflegt blieben, wenn jeder Mitarbeitende „Dienst nach Vorschrift“ machen würde. Die Folge ist eine total in Schieflage geratene Work-Life-Balance. Die Betroffenen werden nach und nach unzufrieden, überlastet und letztlich auch krank. Genau dies ist bei einer durchdachten Work-Life-Balance zu vermeiden. Die Arbeitszeit muss klar definiert sein und sollte keine regelmäßigen Überstunden beinhalten.
  • Ein ausgeglichenes Leben führen
    Die gute Work-Life-Balance bietet dem Mitarbeitenden einen festen Zeitrahmen, der mit den Elementen Freizeit und Familie gut kombinierbar ist. Sind die Arbeitszeiten fix, lassen sich die Freizeitaktivitäten wie Sportstunden, kulturelle Erlebnisse oder auch das so wertvolle Nichtstun sehr gut planen. Durch den gekonnten Mix aus Arbeit und Freizeit erlebt der Mitarbeitende den Zustand der Ausgeglichenheit. Wenn es im Job mal stressig ist, freut man sich umso mehr auf den Spieleabend mit der Familie. Fällt der jedoch durch das sonst nicht zu schaffende Arbeitspensum aus, fehlt das Element der Freude und das der Entspannung. Unzufriedenheit entsteht, der Zustand der Ausgeglichenheit kommt nicht zustande.
  • Stress abbauen und ihm entgegenwirken
    Stress ist der zentrale Begriff, der einer guten Work-Life-Balance entgegensteht. Stress birgt stets Überforderung und Überlastung in sich. Er entsteht durch zu viele, zu schwierige oder zu schlecht getimte Aufgaben, die beim Mitarbeitenden dazu führen, an die physischen und psychischen Grenzen zu gehen. Umsichtige Arbeitgeber und Vorgesetzte müssen sensibel damit umgehen und ihren Mitarbeitenden Arbeitspensa zuteilen, die ohne übermäßigen Stress zu bewältigen sind. Langfristig wirkt sich Stress negativ auf die Gesundheit aus und führt zu einer der häufigsten Langzeiterkrankungen in der Arbeitswelt: dem Burnout, der zu teilweise monatelangen Ausfällen von Mitarbeitenden führt.

Warum es sich lohnt, im Betrieb für eine gute Work-Life-Balance zu sorgen

Viele, vor allem junge Unternehmen, haben sich mit dem Thema Work-Life-Balance intensiv auseinandergesetzt und Arbeitswelten geschaffen, in denen Angestellte ausgeglichen und dennoch höchst produktiv arbeiten. Hier die Vorteile auf einen Blick: 

  • Zufriedene Mitarbeitende
    Wer morgens oder zur gewählten Arbeitszeit zufrieden in die Firma kommt oder den Laptop im Homeoffice anschaltet, widmet sich seinen Aufgaben mit Herz und Verstand, weil er die Arbeit nicht als negatives Erlebnis empfindet. Zur Zufriedenheit gehört auch, im Kollegenkreis sowie bei den Vorgesetzten Anerkennung zu erfahren. So entsteht das zufriedene Gefühl, einen wertvollen Beitrag zu leisten und einem echten Team anzugehören.
  • Die Produktivität steigt
    Zahlreiche Studien haben ergeben, dass zufriedenen Mitarbeiter messbar produktiver sind, als Mitarbeitende, die sich ständig gehetzt, überfordert und nicht für ihre Arbeit wertgeschätzt fühlen. Darüber hinaus sinkt bei zufriedenen Teammitgliedern die Fehlerquote, was dem Unternehmen unter Umständen hohe Kosten erspart.
  • Geringe Fluktuation bringt viele Vorteile
  • Wer mit seinem Job, dem Gehalt und vor allem der Work-Life-Balance zufrieden ist, kommt kaum auf den Gedanken, sich nach einem anderen Arbeitgeber umzusehen und ist stabil, was eventuelle Abwerbeversuche angeht. Von langfristigen Arbeitsverhältnissen profitieren Unternehmen gleich mehrfach. Erstens häufen langjährige Mitarbeitenden viel Fachwissen an, was unbezahlbar ist. Zweitens knüpfen sie Netzwerke, die einen hervorragenden Austausch mit anderen Marktteilnehmern möglich macht. Und auch der dritte Vorteil ist ein eklatanter: Niedrige Fluktuation spart hohe Kosten für die ständige Neuakquise von Personal, teure Stellenanzeigen oder die Vergütungen von Headhuntern.

Work-Life-Balance: eine kurze Historie

Erstmalig tauchte der Begriff Work-Life-Balance, der exakt übersetzt Lebens-Arbeits-Gleichgewicht heißt, in den 1980er Jahren in den USA auf. Damals beschäftigten sich Psychologen und Betriebsärzte mit dem Phänomen überarbeiteter Mitarbeiter und kamen zu dem Schluss, dass zur Zufriedenheit weit mehr gehört, als ein erfülltes Berufsleben. Erholungsphasen und private Selbstverwirklichung sowie ausreichend Zeit für die Familie wurden als Säulen eines Lebens im Einklang mit sich und der Welt definiert. Ab den 1990er Jahren hielt der Begriff auch in die deutsche Arbeitswelt Einzug und ist inzwischen als echter Wert in den Unternehmen etabliert

  • Individuelles Energie-Management
    Die Grundannahme beinhaltet, dass jeder Mitarbeitende ein sensibles Energiemanagement betreibt. Die Energie, die sie oder er für produktives Arbeiten aufwenden, muss ständig und zuverlässig durch die arbeitsfernen Elemente, also Freizeit, ausreichenden Urlaub und ein intaktes Privatleben erneuert werden. Investiert der Mitarbeitende dauerhaft mehr Energie in den Job, als er im Privatleben wiederherstellen kann, kommt es zwangsläufig zu Unzufriedenheit, Stress-Symptomen und schließlich zur deutlich geringeren Produktivität, was dem Unternehmen nachhaltige Schäden zufügt.


Wandel der Arbeitswelt zu mehr Work-Life Balance

Nachdem die Work-Life-Balance in der Arbeitswelt Einzug gehalten hatte, regierten immer mehr Unternehmen mit entsprechenden Maßnahmen, um Arbeitskräfte langfristig an sich zu binden und ihr Image als moderne Arbeitgeber aufzupolieren. Zunächst stand im Mittelpunkt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber auch andere Veränderungen wirkten auf die Arbeitswelt ein. Die patriarchalische Unternehmensführung aus der Zeit des Wiederaufbaus in Deutschland war so bald nicht mehr salonfähig. Folgende Rahmenbedingungen wurden in der Berufswelt sukzessive verändert:

  • Flexiblere Anstellungsverhältnisse

    Vor allem in Hinblick auf die frühere Benachteiligung von Frauen in der Jobwelt wurden Teilzeitmodelle großflächig eingeführt. Sie ermöglichten auch Müttern die Anstellung in einem Unternehmen mit nur anteiligen Wochenstunden oder halben Arbeitstagen als Grundlage.

  • Technologischer Fortschritt

    Der enorme technische Wandel führte dazu, dass sich die meisten Produktionsprozesse und die dazugehörigen Tätigkeiten wandelten. Es entstanden deutlich mehr „Büroarbeitsplätze“ im Vergleich zu Produktionstätigkeiten, die immer mehr automatisiert wurden.

  • Demografischer Wandel

    Heute stehen geburtenschwache Jahrgänge einer riesigen Anzahl von Renten- und Pensionsempfängern gegenüber. Tradierte Finanzmodelle geraten so ins Wanken, der Generationen-Vertrag bedarf struktureller Änderungen. Durch die höhere durchschnittliche Lebenserwartung steigt die Lebensarbeitszeit und klassische Verrentungssysteme bedürfen zusätzlicher Finanzierungs-Optionen

  • Der Weg in die Single-Gesellschaft

    Waren im letzten Jahrhundert noch Großfamilien ein Faktor der sozialen Absicherung, so sind heute viel flexiblere Strukturen vorhanden. Singlehaushalte nehmen kontinuierlich zu und die Arbeits-Mobilität wird immer größer.

  • Veränderte Erwartungen ans Leben

    Während in der Arbeitswelt von gestern die Arbeit als zentrales Lebenselement die Lebensführung bestimmt, dient der Job heute eher zur Erfüllung individueller Wünsche außerhalb der Arbeitswelt: „Arbeiten, um zu leben“ hat „Leben, um zu arbeiten“ gänzlich als Maxime abgelöst

  • Flache Hierarchien und mehr Eigenverantwortung

    Ein erfülltes Arbeitsleben bedeutet für den aufgeklärten Arbeitnehmer, dass er mitentscheiden möchte und eigenverantwortlich handeln will, um Zufriedenheit aus dem Job zu schöpfen.

  • Konkurrenz deutlich größer

    Durch die viel größere Mobilität müssen Unternehmen heute nicht nur in der Region mit Konkurrenz klarkommen. Arbeitsplätze sind heute für Mitarbeitenden auch dann attraktiv, wenn sie weit entfernt vom Geburtsort oder sogar im Ausland angeboten werden.

  • Globaler Arbeitsmarkt

    Da schon Studenten und Azubis oft Stationen im Ausland erleben, während sie sich in der Ausbildung befinden, ist für die jungen Generationen der Arbeitsmarkt nicht mehr räumlich beschränkt.

Chancen für Unternehmen durch mehr Work-Life-Balance

Aus den genannten Erwartungen, die künftige und bestehende Mitarbeitende an die Unternehmen mitbringen, für die sie arbeiten, resultiert quasi die Verpflichtung, sich diesen Erwartungen zu stellen und möglichst viele davon auch zu erfüllen. Das kostet unter Umständen Zeit und Geld, macht sich aber langfristig auf jeden Fall bezahlt. Hier die wichtigsten Gründe für einen Transformation hin zu einem vorbildlichen Arbeitgeber:

  • Zufriedene Mitarbeiter kommen gerne zur Arbeit

    Wer mit seinem Job, dem Arbeitsumfeld und dem gewünschten Pensum zufrieden ist, kommt gerne zur Arbeit. Diese positive Ausstrahlung des einzelnen Mitarbeitenden beeinflusst das gesamte Arbeitsverhältnis positiv.

  • Die Produktivität steigt durch Zufriedenheit Wenn die zu erfüllenden Aufgaben so bemessen sind, dass sie „stressfrei“ erfüllt werden können, wird die Energie des Angestellten optimal genutzt. Die Produktivität steigt und dennoch bleibt beim Angestellten das Zufriedenheitsgefühl erhalten.
  • Weniger Fluktuation und bessere Loyalität Je zufriedener die Angestellten sind, desto länger bleiben sie im Unternehmen und bauen echte Loyalität auf. Das sorgt nicht nur für stabile Verhältnisse in der Firma, sondern die Zufriedenheit ist auch eine wichtiges Signal nach außen. Denn loyale Mitarbeitende sind die besten Botschafter eines Unternehmens. Für das Unternehmens-Image ist das ein wesentliches Element. Denn MitarbeiterInnen, die stolz davon berichten, für ein Unternehmen zu arbeiten, sind glaubhafter als jede lancierte Werbe- oder Imagekampagne.
  • Weniger Ausfall- und Abwesenheitszeiten Zahlreiche Studien haben ergeben, dass mit zunehmender Unzufriedenheit die Krankheitstage und Langzeitausfälle von Mitarbeitern steigern. Zufriedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hingegen glänzen oft mit nur sehr wenigen Tagen, an denen sie krankheitsbedingt (vorgeschoben oder reell) nicht zur Arbeit erscheinen. Teammitglieder, die wenig ausfallen, vermeiden ärgerliche Zusatzkosten für entsprechenden Ersatz. Im schlimmsten Fall müssen ihre Tätigkeiten von Kolleginnen und Kollegen übernommen werden, die ihrerseits durch diese Mehrbelastung in Stress-Situationen geraten.
  • Höhere Motivation – auch über die eigentliche Aufgabe hinaus Bei einem hohen Zufriedenheitswert sind Mitarbeitenden nicht nur besser motiviert, was die Erfüllung ihrer Kernaufgaben angeht. Sie sind darüber hinaus bereit, auch zusätzliche Aktivitäten im Unternehmen mitzugestalten. Das kann die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen ebenso betreffen wie die Mitwirkung an sozialen Aktivitäten oder Gesundheitsprojekten innerhalb der Firma.
  • Mitarbeiterbindung und aktive Vermittlung
    Wer in seinem Unternehmen rundum zufrieden ist, trägt diese Botschaft auch gerne nach außen. Daher ist eine gute Work-Life-Balance auch ein guter Grund, andere für das Unternehmen zu begeistern. So werden zufriedene MitarbeiterInnen zu „versteckten Jobvermittlern“, die in ihrem Umfeld Interesse für das Unternehmen schüren und unter Umständen engagiert rekrutieren („Komm doch zu uns, da wird es Dir in jeder Hinsicht gefallen
  • Gutes Arbeitsklima garantiert
    Stress, Unzufriedenheit und Missmut sind keine guten Attribute für ein gesundes Arbeitsklima. Wenn die Stimmung im Keller ist, häufen sich Auseinandersetzungen, Mobbing und letztlich steigt die Anzahl Krankheitstage und Langzeit-Ausfälle. Zufriedene Mitarbeitende hingegen sorgen völlig von sich aus für ein gutes, gesundes und produktives Arbeitsklima. Der Ton untereinander ist freundlich und produktiv, die Energie wird zu 100 Prozent in die Arbeit gesteckt und Teams arbeiten erfolgreich und wohlwollend miteinander, statt gegeneinander.


Erfolgreiche Maßnahmen zur Förderung der Work-Life-Balance

Die enorme Bedeutung einer ausgewogenen Work-Life-Balance sowohl für den Mitarbeitenden wie auch für das Unternehmen ist unstrittig. Daher sollten im Unternehmen die wesentlichen Elemente installiert werden, die zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden beitragen und so jedes Arbeitsverhältnis nachhaltig positiv beeinflussen.Hier die Checkliste für echte Work-Life-Balance:

Das Büro und die Arbeitsstätte

Das Büro oder der Arbeitsplatz ist der Ort, an dem der Mitarbeitende den größten Teil seiner Arbeitszeit und bei Vollzeit-Beschäftigungsverhältnissen einen Großteil seiner aktuellen Lebenszeit verbringt. Entsprechend angenehm, komfortabel und gesund sollte jeder Arbeitsplatz gestaltet sein, ob am Schreibtisch oder in der Produktionsstätte. Dazu gehören ergonomische Aspekte (gesunde Haltung, genügend Licht, saubere, frische Luft), aber auch rein optische Aspekte (Einrichtung, Pflanzen, die Möglichkeit, den Arbeitsplatz selbst zu gestalten). Desweitern sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden

  • Rückzugsmöglichkeiten
    Vor allem in offenen Büros mit vielen Plätzen in einem Raum sollten Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden. Wer will schon den ganzen Tag vor aller Augen verbringen? Wer die Möglichkeit hat, hin und wieder den Arbeitsraum zu verlassen, um unbeobachtet einen Kaffee zu trinken oder kurz durchzuschnaufen, wird dies sehr schätzen. Außerdem sind diese Rückzugsorte hervorragend für den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen geeignet und geben den Mitarbeitenden den Freiraum, auch einmal für ein paar Minuten Privatheit zu genießen.
  • Freizeit/Aktivitätenbereiche
    Einfach mal eine Runde Kicker nach dem Meeting oder in einer geschmackvoll eingerichteten Lounge ein paar Minuten Zeitung lesen oder mit den Kollegen sprechen: Wenn das Büro ein bisschen Abwechslung ermöglicht, um mal für ein paar MinUten den Bildschirm zu verlassen, steigert dies sowohl die Motivation wie auch die Kreativität. Solche „Event-Räume“ fördern das kollegiale Miteinander und lockern den Arbeitstag ungemein auf – eine immer lohnende Investitio

TIPP:
Da in Zeiten sich ändernder Mobilität viele Angestellte CO2-neutral ins Büro pendeln möchten, ist auch die Investition in Sanitärräume inklusive Duschen ratsam. Denn ob herkömmliches Fahrrad oder E-Bike: nach einer sportlichen Anreise per Zweirad ist eine erfrischende Dusche im Büro ein echter Motivationskick

  • Kinderbetreuung: Das i-Tüpfelchen für flexibles Arbeiten
    Die Schaffung flexibler Arbeitszeitmodelle ist das wichtigste Element für ein gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sowohl junge Mütter wie auch junge Väter bevorzugen Arbeitgeber, die Betreuungsangebote machen. Das muss nicht gleich die unternehmenseigene Kinderkrippe im Haus sein. Das lässt sich auch durch Kooperationen mit bestehenden Einrichtungen in der Umgebung organisieren. Auf jeden Fall sind Mitarbeitende, die ihre Kinder liebevoll und pädagogisch wertvoll betreut wissen, hochmotiviert und besonders loyal.
  • Gesundes Essen und Trinken
    Die Marotte mit den kostenlosen Schokoriegeln, die vor allem Start-ups nachgesagt wurde, ist längst zu einer echten Herausforderung für Arbeitgeber geworden. Gesundes, ökologisch erzeugtes und dargebotenes Essen und Trinken sind für viele Arbeitnehmer fester Bestandteil einer intakten Arbeitsumwelt. Daher ist es absolut förderlich, sowohl Getränke (Kaffee, Wasser, Säfte) anzubieten wie auch ein schlüssiges Verpflegungskonzept für die Mittagspause. Die eigene Kantine lohnt sich natürlich erst ab einer gewissen Größe. Aber Foodtrucks, Lieferdienste oder gesponsorte Essen in der benachbarten Gastronomie empfinden Mitarbeiter als echte Wertschätzung.

TIPP:
Da in den kommenden Jahren mit der CSRD ohnehin strikte Umweltauflagen auf die Unternehmen zukommen, rentiert es sich schon jetzt, Food- und Getränke-Angebote nachhaltig zu gestalten. Ökologische Herkunft der Lebensmittel, Mehrweg-Geschirr statt Plastikbecher und lieber frisches Obst aus der Glasschüssel als einzeln verpackte Schokoriegel, sind das Gebot der Stunde.

Arbeitszeitmodelle: Flexibilität ist Pflicht

Bei den Arbeitszeitmodellen erwarten Angestellte eine individuelle Anpassbarkeit des Arbeitspensums an die jeweilige Lebenssituation. Gebräuchlich sind:


  • Hybrides Arbeiten
    Unter hybridem Arbeiten versteht man die Ortsunabhängigkeit der Arbeit. Mitarbeitenden müssen also nur noch zu vorher vereinbarten Fixterminen ins Unternehmen kommen und haben ansonsten die freie Wahl eines Ortes, von dem aus sie arbeiten.
  • Gleitzeit
    Gleitzeitmodelle gibt es schon seit Jahrzehnten und haben sich bewährt. Dabei müssen die Teams nur zu festen Kernzeiten (beispielsweise 9 – 14 Uhr) verbindlich da sein, dürfen aber früher beginnen oder später aufhören.
  • Teilzeitmodelle
    War die Teilzeit in der Vergangenheit eher jungen Müttern vorbehalten, entscheiden sich inzwischen Mitarbeitenden aller Geschlechter und Altersgruppen zunehmend für Teilzeitjobs.
  • Vertrauensarbeit
    Es gibt inzwischen zahlreiche Unternehmen, die mit Vertrauensarbeit beste Erfahrungen gemacht haben. Hierbei wird die reelle Arbeitszeit der Angestellten weder erfasst noch dokumentiert. Es besteht ein Vertrauenskonsens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dass die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit auch tatsächlich geleistet wird.
  • Arbeitszeitkonto
    Auch das Arbeitszeit-Konto ist eher ein klassisches Konzept, bei dem die Arbeitszeit erfasst und dokumentiert wird. Minus- und Plusstunden sind möglich, meist gibt es passend dazu ein Modell für das Abbauen von Plusstunden.

Die gekaufte Freizeit: Längere Auszeiten 
Was vor dreißig Jahren noch beinahe undenkbar war, ist heute fester Bestandteil der Lebensplanung: Feste, lange Auszeiten mit Arbeitsplatz-Garantie.

  • Sabbaticals
    Sie sind der Inbegriff vom richtigen Abschalten: In einem unbezahlten Sabbatical gehen die meisten auf eine lange Reise, um wirklich einmal den Kopf frei zu bekommen und neue Eindrücke zu gewinnen, um dann wieder voll motiviert durchzustarten. Mit im Gepäck: Die Gewissheit, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt.
  • Frührente:
    Platz machen und länger den Lebensabend genießen
    Auch die Frührente wird immer beliebter. Zwar verzichten die früher aus dem Dienst scheidenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf einen Teil ihrer gesetzlichen Rente, haben dies aber meist vorher durch private Vorsorgemodelle kompensiert.
  • Pflegezeiten. Wenn die Familie wichtiger ist
    Faire Arbeitgeber zeigen ein echtes Interesse an den Befindlichkeiten der Mitarbeitenden. Eine der schlimmsten Lebenssituationen tritt ein, wenn ein naher Verwandter häusliche Pflege benötigt. Gerät ein Mitarbeiter in eine solche Situation, sollte ihr oder ihm unbedingt ermöglicht werden, dies Pflege zu übernehmen, ohne dadurch gleich den Job zu verlieren.

Gesundheitsmanagement: Fitness als doppelte Motivation 
Wie könnte man seinen Mitarbeitenden eindrucksvoller signalisieren, dass man an ihrem Wohlergehen interessiert ist, als mit einen durchdachten Gesundheitsmanagement. Dazu gehören neben dem bereits erwähnten gesunden Essen und Trinken auch Sport, Bewegung und Fitness sowie gesundheitlich orientiert Beratungsangebote.

  • Sportangebote
    Auch hier gilt natürlich, dass eigene Sportanlagen erst ab einer gewissen Unternehmensgröße in Betracht kommen. Es spricht aber auch für kleinere Firmen nichts gegen eine wöchentliche Laufgruppe, einen regelmäßig erscheinenden Sport-Coach oder gemeinsame Ausflüge in kommerzielle Sportanlagen.
  • Fitness-Studio-Koops
    Besonders beliebt sind für die Sportförderung Kooperationen mit Sport-Anbietern in der Umgebung. Mitarbeitende schätzen es sehr, wenn sie beispielsweise auf dem Nachhauseweg noch schnell eine Einheit im benachbarten Fitnessstudio einlegen können, und dabei auch noch einen vom Arbeitgeber gesponsorten Tarif genießen. Dasselbe gilt für Schwimmbäder, Saunen und andere Sport- und Fitnessangebote.
  • Ergonomische Arbeitsplätze
    Diese schreiben zwar schon die meisten Berufsgenossenschaften akribisch vor, was aber natürlich nicht für alle Branchen relevant ist. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, sowohl bei der Office-Ausstattung wie auch in den Sozialräumen Möbel zu platzieren, die einen hohen Sitzkomfort bieten, vielfach verstellbar und ergonomisch geprüft sind. Inzwischen spendieren viele Arbeitgeber ihren „Schreibtisch-Mitarbeitenden“ höhenverstellbare Schreibtische, da die ein ergonomisch äußerst gesundes Arbeiten ermöglichen.
  • Weiterbildungsmöglichkeiten und Gesundheitsangebote
    Zur ausgewogenen Work-Life-Balance gehört auch, dass Mitarbeitende die Möglichkeit zur fachlichen Weiterentwicklung bekommen. Das sollte natürlich auch einhergehen mit entsprechenden Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen. Dazu sind regelmäßige Inhouse-Seminare, Workshops oder Online-Schulungen probate Mittel. Aber auch die Möglichkeit, sich an externen Bildungsinstitutionen fortzubilden, schätzen Mitarbeitende sehr.
  • Kurse für mentale und körperliche Gesundheit
    Über die fachliche Weiterbildung hinaus zeigen Weiterbildungsmöglichkeiten, die die eigene Gesundheit fördern, dass der Arbeitgeber es durchaus ernst meint mit seiner Fürsorge für die Angestellten. Kursthemen könnten sein:
  • Digital Detox
    In Zeiten omnipräsenter Digital-Unterhaltung verlernen viele, sich für eine bestimmt Zeit auch einmal völlig ohne digitale Devices zu beschäftigen – ein Luxus, den sich jede und jeder unbedingt regelmäßig leisten sollte.
  • Stressbewältigung
    Stress ist nach wie vor die Hauptursache für Unzufriedenheit im Job. Daher beweist ein Arbeitgeber Weitsicht, wenn er seinen Angestellten Beratungsangebote macht, um Stress zu vermeiden und zu minimieren.
  • Konfliktmanagement
    Wie man gekonnt in angespannten Stimmungslagen mit seinem Gegenüber kommuniziert ist eine Eigenschaft, die im Job ebenso wichtig ist, wie im Privatleben./li>
  • Feedback-Kultur
    Moderne Führungsansätze setzen auf eine ausgeprägte Feedback-Kultur. Nur wenn Vorgesetzte und Angestellte regelmäßig miteinander in einen Dialog treten, lässt sich ein Verhältnis auf Augenhöhe erreichen.
  • Ernährungsberatung
    Auch wenn gerade Deutschland ein Land zu sein scheint, in dem eine gesunde Ernährung für alle Einkommensschichten darstellbar ist, ist das Thema noch längst nicht in allen Haushalten angekommen. Hier kann der Arbeitgeber wertvolles Wissen vermitteln, das im Job ebenso nutzt wie im Privatleben.
  • Rückenschulung & Bewegungslehre Viel Sitzen schädigt den Rücken – daher kann es nur im Interesse des Arbeitgebers liegen, seinen Mitarbeitenden alles dafür an die Hand zu geben, Rückenleiden zu vermeiden und durch ausreichend Bewegung Ausgleich zum Job am Schreibtisch zu schaffen.

Teamgeist & der richtige Weg zur ausgewogenen Work-Life-Balance

Wir bei teamgeist beraten Unternehmen zu allen relevanten Fragen rund um die Work-Life-Balance von Mitarbeitenden. Da ist es selbstverständlich, dass wir auch unseren Teams und Mitarbeitenden eine Arbeitswelt schaffen, in der der Job und das übrige Leben miteinander harmonieren. Wir haben zahlreiche Projekte und Strukturen eingeführt, damit unsere Mitarbeiter mit viel Freude an der Arbeit produktiv sein können, ohne dabei sich selbst, ihre Lieben oder ihre Lebensentwurf zu wenig zu würdigen. Ein paar Beispiele, sozusagen aus eigener Erfahrung:

  • Im vergangenen Jahr haben wir mit der BKK-Krankenkasse eine Immunchallenge über acht Wochen durchgeführt. Hieran haben 50 teamgeist-Teammitglieder aktiv teilgenommen und in wöchentlichen Calls und Challenges an verschiedenen Standorten miteinander trainiert. Dabei wurden von allen Teilnehmern die Schritte pro Woche gezählt und miteinander verglichen. Ziel war, die tägliche Bewegung zu forcieren und gemeinsame Ideen zu entwickeln, wie sich mehr Bewegung in den Arbeitsalltag einbauen lässt.
  • An den einzelnen Standorten finden verschiedene Maßnahmen rund um das Thema Fitness und Gesundheit statt. So kommt beispielsweise in der Hauptstadtregion an jedem Mittwoch um 14 Uhr ein Personal-Trainer ins Haus (bei schönem Wetter geht’s an das Seeufer in unmittelbarer Nähe) und trainiert das komplette Team für eine Stunde. Dabei stehen Fitness-Übungen im Vordergrund, die einfach zu erlernen und überall auszuführen sind – auch ohne stylischen Sportdress. Ziel ist ein ganzheitliches, regelmäßiges Training, das auflockert, die Sauerstoffzufuhr anregt und vor allem Spaß macht.

Fazit: Work-Life-Balance ist ein zentraler Begriff der modernen Arbeitswelt

Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, brauchen Mitarbeiter, die hinter dem Unternehmen stehen und die Beschäftigung als Bereicherung ansehen. Das funktioniert nur, wenn jede/r einzelne, die fürs Unternehmen arbeiten, die Chance auf eine ausgewogenen Work-Life-Balance haben. Die vielfältigen im Beitrag genannten Beispiele können kaum in ihrer Ganzheit umgesetzt werden. Aber die einzelnen Elemente lassen sich ohne größeren Aufwand und ohne waghalsige Investitionen nach und nach einführen – ganz unabhängig von der Unternehmensgröße.

Wir bei teamgeist sind darauf spezialisiert, Transformationen zu mehr Work-Life-Balance der Angestellten für Unternehmen aller Größen zu planen, zu strukturieren und umzusetzen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gerne zur Arbeit kommen und Sie als Arbeitgeber sowie die Marke, für die Sie stehen, als wertvoll, nachhaltig und relevant ansehen.

Wünschen Sie sich neue Prozesse und Perspektiven für Ihre Unternehmenskultur? Wir unterstützen Sie gerne und finden partnerschaftlich strategische Lösungen. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

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Autor: Christian Bonk

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