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Wie Sie erfolgreich Feedback geben

Mit der richtigen Feedbackmethode zur Vertrauenskultur

Feedback geben mit den 4 Schritten der gewaltfreien Kommunikation 

15. Februar 2022

Warum eine Feedbackkultur für Unternehmen entscheidend ist 

In einer Studie der Haufe Akademie zum Thema "Feedback-Kultur in Unternehmen" halten 91% der Befragten eine gute Feedbackkultur für relevant, aber nur 12 % erleben diese als „sehr gut“. Eine Feedbackkultur ist also von großer Bedeutung, wird jedoch zu wenig gelebt. Dabei bietet ein Feedbackmanagement viele Potentiale zur Förderung von MitarbeiterInnen und echte Chancen für die Teamentwicklung. Und noch mehr: eine gesunde Feedbackkultur fördert bereits zum Einstieg in ein Unternehmen das Vertrauen und kann unter Umständen sogar Unternehmenskrisen verhindern. Doch wie werden Rahmenbedingungen geschaffen, in denen Teammitglieder offen und über hierarchieebenen hinweg wertschätzend und ehrlich miteinander kommunizieren? In diesem Artikel möchten wir Ihnen Anregungen geben, wie mit den richtigen Kommunikationsmethoden Vertrauen entsteht und eine Feedbackkultur wachsen kann, in der sich Ihr Team wohlfühlt und Veränderungen angestoßen werden. Wie können Sie mithilfe der gewaltfreien Kommunikation auch kritische Punkte äußern, die angenommen werden? Was ist die Sandwich-Methode und warum ist diese nicht immer geeignet, um Feedback zu geben? 

Orientierung durch Kommunikation und Reflexion 

Feedback ist wichtig und bietet Orientierung, wenn die Art und Weise der Kommunikation wertschätzend und authentisch ist. Planen Sie einen regelmäßigen Austausch, indem Sie feste Rituale im Team etablieren und finden Sie ihren Turnus für Teammeetings und 4-Augengespräche. Sie wünschen sich mehr Wertschätzung innerhalb des Teams? Wie wäre ein Ort, an welchem ihre MitarbeiterInnen positive Rückmeldungen teilen? Mit einer Kudo Wall und Kudo Karten sich die Teammitglieder untereinander sichtbar wertschätzen, indem Sie positive Erlebnisse, Komplimente und Fortschritte an einer Wand miteinander teilen.

Für Auszubildende ist Feedback besonders wichtig, um die eignen Leistungen zu reflektieren, aber auch um selbst Dinge zu kommunizieren, die nicht gut laufen und um Vertrauen aufzubauen. Hier kann ein Unternehmenspate unterstützen und den Auszubildenden in der Startphase in den regelmäßigen Austausch bringen. So werden Hemmungen in der Kommunikation direkt zu Beginn gemindert und gute Voraussetzungen für eine optimale Weiterentwicklung geschaffen. Sie möchten Feedback geben und haben auch kritische Punkte? 

Wertschätzend Feedback geben mit den 4 Schritten der gewaltfreien Kommunikation

Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg bieten eine optimale Grundlage, um empathisch miteinander zu kommunizieren und auch kritisches Feedback zu teilen. Mit dieser Vorgehensweise teilen Sie zunächst wertfrei ihre Beobachtung. Im nächsten Schritt äußern Sie das Gefühl, welches in Ihnen durch die Handlung ausgelöst wird und dann welches Bedürfnis dahintersteckt. Zum Schluss formulieren Sie die konkrete Bitte, ihren Wunsch. Hier zur Veranschaulichung eine Übersicht und im Anschluss ein Beispiel:

Die 4 Schritte der GFK anhand eines Beispiel Szenarios

Beobachtung: „Mir ist aufgefallen, dass du in der letzten Woche dreimal gegen 9.15 Uhr ins Büro gekommen bist.“

Gefühl: „Das beunruhigt mich, weil unsere Kernarbeitszeit um 9.00 Uhr beginnt und mir Pünktlichkeit wichtig ist.“

Bedürfnis: „Ich wünsche mir, dass du spätestens um 9.00 Uhr da bist.“

Bitte: „Kannst du in nächster Zeit bitte rechtzeitig im Büro sein? “

Die wertfreie Beobachtung und Äußerung des persönlichen Bedürfnis ist dabei häufig für den Feedbackempfänger der Gamechanger, um die Kritik zu verstehen und annehmen zu können.  Für den Feedbackgeber bieten diese vier Schritte die Grundlage für ein klares Bewusstsein, um was es genau geht - im Zusammenhang mit den eigenen Bedürfnissen oder Werten. So kann auf beiden Seiten Empathie entstehen.

Es erfordert am Anfang etwas Übung die gewaltfreie Kommunikation flüssig umzusetzen, der daraus entstehende Mehrwert im Miteinander sowie das Vertrauen sind es ganz sicher wert. Die GFK ist mehr als eine Kommunikationstechnik, sie ist eine Haltung anderen Menschen und auch uns selbst gegenüber. Das Ziel ist ein respektvoller Umgang und vertrauensvolle zwischenmenschliche Verbindungen. So bietet die gewaltfreie Kommunikation eine Grundlage, um konstruktive Lösungen zu finden - ohne direkte Schuldzuweisungen. 

Was ist die Sandwich-Methode? Und wie sollte diese angewendet werden?

Die Sandwich-Methode ist eine weitere Möglichkeit, um Kritik zu äußern. Sie ist so aufgebaut, dass die Kritik von einem lobenden Feedback sozusagen umhüllt wird - wie bei einem Sandwich. Der Feedbackgeber wählt dabei einen positiven Einstieg in das Feedbackgespräch mit einem Lob, äußert dann den kritischen Punkt und schließt mit einer positiven Äußerung ab. Stellen Sie sich ein Sandwich oder Burger mit weichem Brot und deftigem Inhalt vor. Diese Methodik ist einprägsam und kann Kritik wertschätzend platzieren.

Doch Vorsicht! Diese Methode eignet sich nur, wenn sich der Feedbackgeber zuvor konkrete Gedanken gemacht hat und nicht achtlos belanglose Nettigkeiten mit einer scharfen Kritik verknüpft. Das ist weder professionell noch authentisch. Und schon gar nicht zielführend. Die Rückmeldung muss also ehrlich sein, ansonsten kann weder die Anerkennung noch die geäußerte Kritik angenommen werden. Wer ausschließlich diese Methode für Feedbacks nutzt riskiert zudem, dass sein Gegenüber nach jedem genannten Lob bereits eine Kritik erwartet.

Interessant bei dieser Methode ist jedoch die Perspektive. Wer sich auf diese Weise auf das Feedbackgespräch vorbereitet, wird auch über positive Verhaltensweisen und Aktionen des Feedbacknehmers nachdenken. Wenn wir davon ausgehen, dass jeder in seiner besten Absicht handelt, wird die Rückmeldung klarer und wahrscheinlich auch weniger emotional aufgeladen ausfallen. Das ist besonders dann ratsam, wenn wir als Feedbackgeber aufgebracht sind.

Eine Kleinigkeit in der Formulierung: Warum bei der Äußerung der Kritik das „und“ statt „aber“ so wichtig ist

Vermeiden Sie eine positive Äußerung und die Kritik mit einem „aber“ zu verknüpfen. Wählen Sie immer ein „und“. An der Stanford University fand man heraus, welch` großen Unterschied diese kleine Veränderung macht. Unser Gehirn ist bei einem „und“ angeregt Lösungen zu finden, während Menschen mit einem „aber“ automatisch Konfliktsituationen assoziieren. Streichen Sie das „aber“ einfach. Mit etwas Übung geht dieser kleine Kommunikationskniff schnell in den Sprachgebrauch über. 

Reflexion durch Fragen

Grundsätzlich können auch Fragen in einem Feedbackgespräch helfen, um ein Bewusstsein für Entscheidungen oder Projekte zu schaffen, die nicht optimal gelaufen sind. Mit gezielten Fragen geben Sie Ihrem Gegenüber die Chance zunächst selbst in die Reflexion zu gehen und kritische Punkte zu erkennen. Hören Sie aktiv zu und finden abschließend Lösungen.

  • Wie schätzen Sie den Verlauf des Projekts ein?
  • Wie hätte das Projekt besser umgesetzt werden können?
  • Was können wir daraus lernen und nächstes Mal besser machen?

Mehr WIR-Gefühl – für Vertrauen und Entwicklung!

Ein regelmäßiger Austausch auf Augenhöhe schafft Rahmenbedingungen, die eine gesunde Feedbackkultur und eine vertrauensvolle Basis entstehen lassen. Welche Kommunikations-Methode Sie auch immer für Ihr Feedback wählen: Ihre Intuition spielt dabei eine große Rolle. Denn es kommt auf die Art und Weise - aber auch auf die Beziehung an, wie die Rückmeldung angenommen wird. Gesunde Beziehungen werden auch mal ein negatives Feedback ertragen, wenn das Vertrauen vorhanden ist.

Und dieses Vertrauen ist die Grundlage für eine ausgeglichene Stimmung und besondere Leistungen. Wollen Sie unterhaltsam den Zusammenhalt mit einem Team Event stärken? Mit unserem Escape Game „Das Geheimnis der 13“ finden Sie spielerisch Lösungen und retten so die Welt gemeinsam vor einer Katastrophe.

Eine gesunde Feedbackkultur ist übrigens eng mit dem Umgang mit Fehlern verknüpft. Warum Fehler wichtig im Entwicklungsprozess sind - und Innovationen ermöglichen - sowie Anregungen für einen entsprechenden Workshop, lesen Sie hier im teamgeist Blog Artikel zum Thema Fehlerkultur.

Möchten Sie die Kommunikation in Ihrem Team nachhaltig verbessern? Wir ermutigen Unternehmen, neue Wege für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu finden und unterstützen Sie mit gezielten Maßnahmen, die aufeinander aufbauen als Prozessbegleiter. Für eine Unternehmenskultur mit Entwicklung und Vertrauen - mit mehr WIR-Gefühl!


Kontaktieren Sie uns - wir freuen uns auf den Austausch!



Autorin: Christina Engel – Coachin und Resilienztrainerin

Quellen:

Zahlen Studie Haufe, https://www.haufe.de/personal/hr-management/feedback-kultur-in-deutschland_80_515510.html , abgerufen am 10.02.2022

Kudo Wall, https://kudoswall.com/ , abgerufen am 11.02.2022

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