Hierzulande haben Coworking Spaces und Shared Offices als sinnvolle Alternative zum Homeoffice inzwischen längst nicht mehr nur in Ballungsräumen Hochkonjunktur.

Mobiles Arbeiten – Coworking Spaces und Shared Offices auf dem Vormarsch

Die Arbeitswelt ändert sich rasant. Unternehmen werden immer schlanker, flexibler und internationaler.

15 Januar 2020

Coworking Shared Office Mitarbeiter machen Pause

Effiziente Nutzung von Raum und Zeit

Büros in attraktiven Lagen sind teuer, benötigen eine kostenintensive Infrastruktur und rentieren sich erst dann, wenn sie permanent und für längere Zeiträume genutzt werden. Dazu hat sich die Arbeitswelt in der letzten Dekade radikal verändert. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Digitalisierung und die Tatsache, dass Unternehmen heute flexibler und schlanker aufgestellt sein müssen, um mitzuhalten, haben zu neuen Arbeitskonzepten geführt. Neben der wachsenden Zahl an Heimarbeitsplätzen, dem Home Office, wurden folglich auch bundesweit die Kapazitäten an Shared Offices und Coworking Spaces vervielfacht. 

Laut Statista gab es weltweit Ende letzten Jahres 18.700 dieser Gemeinschaftsbüros. Experten schätzen das weitere Wachstum auf bis 27.000 Einheiten bis zum Jahresende 2020. Die Idee, eine bestehende Infrastruktur, Schreibtische, Drucker und nicht zuletzt Parkplätze intelligent und gemeinsam zu nutzen, ist längst nicht mehr ein Privileg von digitalen Nomaden, Freiberuflern, Consultants und Coaches. Inzwischen nutzen auch große und mittlere Unternehmen diese Arbeitsplätze auf Zeit für ihre Mitarbeiter. So lassen sich endlose und stauintensive Fahrten ins Büro vermeiden, Teilzeit-Konzepte flexibler umsetzen und vor allem für Kleinunternehmen hohe Investitionskosten für einen Office-Infrastruktur vermeiden.

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Coworking und Shared Office – ein grundlegender Unterschied

Auch wenn beide Begriff meist synonym verwendet werden, besteht zwischen einem Coworking Space und einem Shared-Office ein definitorischer Unterschied. Im Coworking Space wird lediglich „zusammengearbeitet“. Coworker nutzen gemeinsam ein ausgestattetes Büro, haben aber keinen Anspruch auf einen festen Arbeitsplatz. Coworking Spaces in Ballungsräumen sind bei Bedarf tageweise oder gar stundenweise zu mieten und sind vor allem ideal für Arbeitsnomaden, die sehr viel unterwegs und nur hin und wieder am Schreibtisch gefesselt sind. Ein Nachteil an diesem Konzept ist, dass jeder Arbeitsplatz so verlassen werden muss, wie er vorgefunden wurde. Auch wer hier regelmäßig auftaucht, muss jeden Abend „reinen Tisch“ machen und fängt den nächsten Arbeitstag damit an, sich komplett neu einzurichten.

Ein Shared-Office folgt eher der Idee der langfristigen Kostenteilung. Hier ziehen bevorzugt Freiberufler und Selbstständige mit ihren Firmenkonzepten ein, die nicht unbedingt vorhaben, in den nächsten Monaten exorbitant zu wachsen. Sie haben viel mehr das Bedürfnis nach einer Bürogemeinschaft, in der sie einen festen Arbeitsplatz nutzen und sich mit anderen einerseits die Kosten den Drucker, den Besprechungsraum und die Kaffeeküche zu teilen. Andererseits hat es für viele auch eine banale soziale Komponente. Bei zahlreichen „Shared Officern“ steigt nämlich das Selbstwertgefühl, wenn sie morgens frisch geduscht ins Shared Office fahren, statt wie zuvor vom Schlafzimmer mit kurzem Umweg über die Kaffeemaschine ins Heimbüro zu schlendern, ohne die Wohnung zu verlassen.

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Große Dynamik und aktiver Ideenaustausch

Was Coworker und Shared-Officer gemeinsam an den Konzepten schätzen, ist der lockere Austausch mit den anderen im Büro. Ob beim Kaffeeplausch in der Büroküche, beim gemeinsamen Lunch oder einer Frischluftdosis auf dem Balkon: Schon mit einem Minimum an Aufgeschlossenheit ergeben sich lockere Kontakte, die sich häufig zu gemeinsamen Jobprojekten fortentwickeln. Außerdem finden es viele bereichernd, Einblicke in andere Arbeitswelten zu bekommen, die Sichtweise von Profis aus anderen Bereichen kennen zu lernen und so beinahe täglich über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Insgesamt herrschen in den meisten Shared Offices und Coworking Places eine erfrischende Offenheit, ein lockerer Ton und Umgang untereinander sowie eine positive Grundstimmung – alleine schon bedingt durch das meist sehr offene Raumkonzept.

Offenheit, Toleranz und gegenseitiges Verständnis

Neben den vielen Vorteilen des gemeinsam genutzten Büros gibt es natürlich auch Nachteile. Sind beispielsweise Vieltelefonierer unter den Coworkern, so lässt sich dies eigentlich nur aushalten, wenn alle mit Headsets ausgestattet sind. Sonst könnte es schwerfallen, sich angesichts des dauerhaften Geräuschpegels auf die Arbeit zu konzentrieren. Ein weiterer Nachteil ist das typische WG-Phänomen: Die Regeln für die  gemeinsam genutzten Bereiche sind ja nicht durch die Unternehmensführung oder einen Betriebsrat festgezurrt. Sondern sie basieren auf einem für alle lebbaren Kompromiss, den unterschiedlichste „Bürotypen“ mit einander finden müssen. Ganz so wie in einer privaten WG kann es also zu Situationen kommen, in denen man mit Marotten, Nachlässigkeiten und den Egoismen der „Kollegen“ klarkommen muss. Dies ist für viele eingefleischte Homeoffice-Arbeiter eine interessante Herausforderung, die quasi automatisch einen positiven Trainingseffekt auslöst. Denn ein funktionierendes Miteinander im Shared Office braucht Toleranz und die grundsätzliche Bereitschaft, sich mit Andersdenkenden auf einen Konsens zu einigen – zwei positive Eigenschaften, die sowohl im Berufsleben wie privat das Leben einfacher machen.  

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